Asthma

Pusteblume

Asthma bronchiale

Beim Asthma bronchiale handelt es sich wie bei anderen atopischen Erkrankungen um eine Überempfindlichkeit der Atemwege. Durch eine vererbliche Neigung und Umweltfaktoren entsteht bei manchen Patienten, oft schleichend über einige Jahre, ein Teufelskreis aus überschießender Immunreaktion und neuer, sie auslösender Umweltreize. Dabei kommt es durch eine Verkrampfung der in den Atemwegen liegenden Muskelfasern zu einer Verengung der Atemwege (Obstruktion). Diese macht sich durch Pfeifen, sogenannte giemende Atemgeräusche, Atemnot oder auch nur mangelnder Belastbarkeit bemerkbar und kann z.B. mittels der Lungenfunktion gemessen werden. Entzündungszellen in der Schleimhaut der Atemwege reagieren bei Asthmatikern besonders empfindlich auf Reize wie kalte oder trockene Luft, Infekte, Allergene (ca. zwei Drittel der Asthmatiker sind auf bestimmte Stoffe allergisch) oder Stress. Die Entzündung in den Zellen führt zu einem ständigen Hustenreiz oder Räuspern. Oft bekommen diese Patienten bei Infekten einen sehr hartnäckigen, langanhaltenden, trockenen Reizhusten und sind besonders im Kleinkindalter im Winter mehr krank als beschwerdefrei. 

Die Entzündung kann mittels der NO-Messung in der Ausatemluft nachgewiesen werden. Nicht jeder Asthmatiker reagiert gleich. Einige können sich nicht mehr voll belasten, andere haben einen ständigen Hustenreiz, wieder andere husten nie, sind völlig beschwerdefrei und bekommen trotzdem immer wieder plötzlich einen Asthmaanfall mit schwerer Atemnot. 

Asthma ist aber nicht gleich eine lebenslange Diagnose. Bis zu 30% der Kinder leiden eine mehr oder weniger lange Zeit unter den typischen Symptomen eines Asthmas. Da Kleinkinder im Winter oft kurz hintereinander viele Infekte der Atemwege durchmachen, so dass sich der Körper dazwischen kaum erholen kann, und andererseits die Atemwege in diesem Alter noch sehr eng sind, kommt es relativ häufig zu einem sog. infektgetriggerten frühkindlichen Asthma bronchiale, oder wie man es früher nannte zu einer rezidivierenden (immer wiederkehrenden) obstruktiven (verengten) Bronchitis (Erkrankung der Atemwege).

Bestehen bei diesen Kindern weder Allergien noch Neurodermitis und auch bei den Eltern und Geschwistern kein Asthma, ist die Chance sehr groß, dass sich diese vorübergehende Empfindlichkeit mit 6-7 Jahren wieder normalisiert.

 

Therapie luftballon

Die Therapie des akuten Asthmas, also der Verengung der Atemwege, ist zunächst symptomatisch. Über ein Feuchtinhalationsgerät (z.B. PARI-Boy®) mit Kochsalzlösung oder über ein Spray mit Atemhilfe wird eine Atemwegs-erweiternde Substanz (Salbutamol oder Sultanol) inhaliert, ggf. in Kombination mit Ipatropiumbromid (Atrovent®). Bereits diese Maßnahme führt häufig zu einer raschen Besserung. Bei Kindern mit Neigung zu verstärkten Infekten, genügt auch oft schon die frühzeitige Feuchtinhalation nur mit Kochsalzlösung. Sind die Beschwerden hartnäckiger, muss die übersteigerte Empfindlichkeit und damit die erhöhte Entzündungsaktivität mit Chromoglycinsäure (DNCG) oder aber in schweren Fällen mit einem inhalativen Kortikoid behandelt werden. Als Alternative oder Ergänzung steht seit über 15 Jahren die Substanz Montelukast zur Verfügung. Diese reduziert bei vielen Patienten die Überempfindlichkeit deutlich und hilft Kortison einzusparen.

Bei Infekt-Asthmatikern reicht es häufig aus rechtzeitig bei Infekten die Therapie zu beginnen. Wie bei der Neurodermitis gilt auch hier: Nicht jeder Patient reagiert gleich. Mittels genauem Beschwerdeprotokoll, Peak-flow-Messung, Lungenfunktion und NO-Messung sowie Allergietests kann der Arzt die richtige Therapie auswählen. In erster Linie gilt es, schwere lebensbedrohliche Situationen der Atemnot zu verhindern, die Lebensqualität des Kindes zu sichern und Beschwerdefreiheit zu erzielen. Zudem müssen Folgeschäden der Lunge durch eine schleichende Entzündung verhindert werden. Sind diese Voraussetzungen gegeben, wird die minimal notwendige Therapie durch schrittweise Anpassung gesucht. 

In praktisch allen Fällen gelingt es mit diesem Vorgehen, den Patienten ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Asthmapatienten werden nach Diagnosestellung in das DMP (Krankheits-Management-Programm) der Krankenkassen eingeschrieben das zur Qualitätssicherung der Therapie dient und den Therapieerfolg dokumentiert. Als Spezialisten auf diesem Gebiet bertreuen wir eine große Zahl an Asthmatikern in unserer Praxis. Asthmapatienten und deren Eltern werden durch unser Asthma-Schulungsteam in einer umfangreichen Schulung über Krankheitsbild, Auslöser, Therapiemöglichkeiten und Notfallmaßnahmen informiert. Die Patienten sollten regelmässig, mindestens vier Mal im Jahr zu Kontrollterminen kommen, damit die Therapie der aktuellen Situation (Infekte, Winter, Pollenzeit, Krankheitsverlauf) angepasst werden kann.

Unter dieser intensiven Betreuung treten kaum mehr Notfallsituationen auf, Patienten und Eltern kennen sich gut mit der Erkrankung aus, und wissen was zu tun ist. Da Folgeschäden vermieden werden, ist die Prognose im Allgemeinen günstig. Bei vielen Asthmatikern bessern sich die Symptome mit zunehmendem Alter und sie benötigen weniger Therapie als zuvor.

 

 

 

Asthmaschulungenasthmaschulung

Schulungen führen wir in regelmäßigen Abständen für Eltern und Kinder durch. Die Termine geben wir rechtzeitig unter der Rubrik "News" bekannt.

Ziel ist neben Wissensvermittlung auch den Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern. Dadurch sollen Spätschäden an der Lunge verhindert, krankheitsbedingte Ausfälle z.B. in Schule und stationäre Aufenthalte im Krankenhaus vermieden sowie nach Möglichkeit der Medikamentenverbrauch
auf lange Sicht reduziert werden.

Die Schulung wird von einem erfahrenen Schulungsteam (Ärzte mit Zusatzausbildung zum Asthmatrainer, Physiotherapeuten mit Asthmatrainerzertifikat, Psychologin) durchgeführt.

Die Kosten für diese Schulung werden von allen Kassen übernommen.