Corona und Praxis

Aufgrund von Personalengpässen und einem gesteigerten Informationsbedarf zu Corona- Testungen beim Ausschluss von Gemeinschaftseinrichtungen ist unserer Telefon-Hotline überlastet ( s. Elterninformation unten ). Sie können uns vorrübergehend nur in den Zeiten von 9.00 - 12:00 und 14:00 - 16:00 Uhr  über die normale Praxis- Nummer erreichen. Alternativ können Sie uns auch eine Email schicken. Wir versuchen auch weiterhin Sie bestmöglich zu versorgen, können aber diesen Ansturm an Rückfragen z Zt. nicht bewältigen. Wir bemühen uns mit Hochdruck, eine sinnvolle Abstimmung zwischen allen Einrichtungen und dem Gesaundheitsamt zur Lösung dieses Problems zu finden.  

Liebe Eltern,
Ihr Kindergarten lässt den Kita-Besuch ihres Kindes derzeit nicht zu, da es akut erkrankt ist oder der Kindergarten befürchtet, ihr Kind könnte akut erkrankt sein. Ursache dafür ist eine Vorgabe des RKI,die das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und das Bayerische Landesamt für Gesundheit den Kindergärten in einer „Handreichung für die Kindertagesbetreuung in Zeiten des Coronavirus“ verarbeitet hat. So schreibt das Ministerium in den Handlungsanweisungen für die Betreuungseinrichtung: „Kinder die Symptome einer akuten übertragbaren Krankheit aufweisen, ist das Betreten der Einrichtungen ausdrücklich verboten.“ Bei den angeführten Beispielen für Krankheitszeichen ist u.a. auch das Symptom „Schnupfen“ aufgeführt. Im weiterenText heißt es „Bei Auftreten von Erkältungssymptomen in der Betreuungszeit ist das Kind sofort vor Ort in der Kindertageseinrichtung bis zur Heimfahrt/Abholung einzeln zu betreuen. Die Eltern müssen auf die Notwendigkeit einer ärztlichen Abklärung hingewiesen werden.“Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Ärzte-Videokonferenz („zusammengegencorona“vom 8.7.2020) auf die Nachfrage des Kinder-und Jugendarztes Dr. Markus Sandrock, ob er es für sinnvoll halte, jedes Kind -auch nur mit geringsten Erkältungssymptomen -unverzüglich aus der KITA zu nehmen, die Kinder erst wieder nach vollständiger Genesung zuzulassen und dieses vermutlich 8-10 x oder öfters im Winter durchzuziehen? Seine Antwort war „...klar -ja, so sei es gedacht und gewünscht“. Auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit und Übertragbarkeit der RKI-Vorgaben auf die Altersgruppe der Kleinkinder antwortete Spahn gar nicht. Unbestritten, ein Kind, das akut krank ist und dem es nicht gut geht, gehört nicht in die Kita und sollte nicht zur Schule gehen. Das war schon vor der Coronavirus-Pandemie so, gilt jetzt aber umso mehr. Schwierig wird es bei Kindern, die leichte Krankheitszeichen haben. Natürlich werden Kinder auch in Zukunft all die normalen Infekte haben, die Kinder schon immer hatten und die auch eine wichtige Lernfunktion für das kindliche Immunsystem darstellen. Wir haben großes Verständnis dafür, dass aufgrund der derzeitigen Lage, Kinder häufiger als früher zu Hause betreut werden müssen. Allerdings -ob dies auch beim fitten Kind mit banalen Krankheitszeichen(wie einem Schnupfen –der das stattfindende Immuntraining in diesem Alter geradezu charakterisiert), wie vom Ministerium vorgeschrieben sinnvoll ist, kann sicher bezweifelt werden. Was können wir Kinder-und Jugendärzte für Sie tun? Wir können uneingeschränkt weiter für Sie und ihr krankes Kind da sein und medizinisch helfen, wenn notwendig. Wir werden sowohl Diagnostik, wie auch Therapie soweit notwendig durchführen. Wir bitten Sie aber, bei leichten Infekten nicht in unsere Praxen zu kommen, um die Ausbreitung des Virus in unseren Praxen zu verhindern. Ist ein Arztbesuch unvermeidbar, halten Sie sich bitte an die Hygieneregeln der Praxen.Was wir nicht können: Wir können nie ganz sicher ausschließen, dass ihr Kind sich mit dem Corona-Virus infiziert hat. Insofern können wir auch nicht bescheinigen, dass ihr Kind kein COVID-19 hat. Man kann das Virus beim Untersuchen nicht sehen, hören oder riechen. Nur ein Abstrich kann Corona-Viren nachweisen, aber nicht einmal ein Abstrich kann als punktuelle Betrachtung der Situation sicher ausschließen, dass ihr Kind Corona-Viren hat oder hatte. Kinder haben aber in der Regel keine schweren Symp-tome und keine schweren Krankheitsverläufe: Daher werden wir in aller Regel auch keinen Abstrich bei Ihrem Kind durch-führen. Wir können und wollen auch in Zukunft nicht jedes Kind mit leichtesten Krankheitszeichen in der Praxis untersuchen. In den letzten Jahren war es in vielen Praxen schon sehr voll, oft schon zu voll. Viele Eltern haben uns geholfen, den Alltag zu meistern, indem sie leichte Infekte ohne Praxisbesuch auskuriert haben. Wenn überlastete Kinder-und Jugendarztpraxen jetzt jedes einmalig hustende oder schniefende Kind untersuchen sollen... wir werden es nicht schaffen! Wenn darüber hinaus ärztliche Atteste zum Wiederbesuch der Kita oder Schule verlangt werden, verletzt dieses zum einen die Wiederzulassungsregeln des Infektionsschutzgesetzes. Zum anderen belastet es die Familien mit unnötigen Kosten und treibt die ohnehin hohe Bürokratiebelastung der Arztpraxen noch weiter nach oben.Wichtig ist uns: Nicht wir, Ihre Kinder-und Jugendärzte, haben uns diese unzureichenden Regelungen ausgedacht. Es sind, mit uns Betroffenen nicht abgestimmte Vorgaben der Politik. Diese sorgen dafür, dass Sie auf uns ärgerlich sind. Wir Ärzte sind ebenfalls unzufrieden, weil wir ihnen nicht so helfen können, wie Sie es erhofft haben. Wir verstehen, dass Sie verärgert sind!
 
Schreiben Sie gerne an die zuständigen staatlichen Behörden. Am besten schreiben Sie zusätzlich an Ihren regionalen Landtags-oder Bundestagsabgeordneten.
 
 

Wir halten den Praxisablauf unter intensivierten Sicherheitsbemühungen aufrecht. Gesunde Kinder mit Vorsorge-, Impf- oder Routineterminen werden umgehend in Zimmer gesetzt und von kranken Patienten getrennt. Zur Zeit sind nur wenige Kinder ernsthaft krank, positive Corona Fälle bei Kindern gab es bisher bei unseren Stichproben nicht. 

Beachten Sie bitte folgende Regeln:

Wir bitten alle Eltern sowie größere Kinder und Jugendliche unsere Praxis nur mit einem Mund-Nasenschutz zu betreten. Dies kann Sie und uns vor unnötigen Infektionen schützen. 

Patienten dürfen die Praxis nur mit Termin oder vorheriger telefonischer Absprache einzeln betreten. 
Bitte halten Sie Abstand und warten bei größerem Andrang draussen.
Patienten ohne diese Voraussetzungen dürfen die Praxis nicht betreten! Bitte erst anrufen. 

Patienten mit Kontakt zu Corona Fällen, hochgradigem Verdacht oder Aufenthalt in Risikogebieten in den letzen 14 Tagen dürfen die Praxis nicht betreten! Für diese Patienten haben wir einen getrennten Bereich geschaffen!

Bitte vorher immer telefonische Rücksprache über uns zur Vereinbarung der Probenentnahme an der zentralen Abnehmestelle des Gesundheitsamtes und erst dann gegebenenfalls Vorstellung bei uns. Reine Verdachtsfälle über Eltern und deren Kontaktpersonen weiterhin Beratung über das Gesundheitsamt. Wenn Sie befürchten, Sie oder Ihr Kind könnte an Corona erkrankt sein, kann die App der Charite mittels Fragebogen eine erste Einschätzung liefern:  covapp.charite.de

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe, 

Die Weilheimer Kinder- und Jugendärzte 

Notdienst

Nach nun fast 10 Jahren fachärztlichen Bereitschaftsdienst für Kinder- und Jugendmedizin rund um die Uhr für Weilheim, Peißenberg und Murnau müssen wir unseren Dienst nun nach Veränderung der rechtlichen Grundlagen und der Finanzierung leider anpassen. 

Auch in Zukunft erreichen Sie und Ihr Kind auch außerhalb unserer Praxis-Öffnungszeiten die ganze Woche von 18 – 20 Uhr(Mittwoch und Freitag  14 - 20Uhr) sowie auch an Wochenenden und Feiertagen von 9 - 12 und 15 - 20 Uhr immer einen unserer Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin. Die Vermittlung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns bundesweit einheitlich über die Tel. 116 117. 

NACHTS in der Zeit von 20 – 8 (am Wochenende 9 Uhr) wenden Sie sich in dringenden Fällen an die nächstgelegene Kinderklinik in Starnberg oder Garmisch-Partenkirchen.

Achtung: an den allgemeinärztlichen Bereitschaftspraxen (z.B. in Schongau) ist kein Kinderarzt im Dienst ! 

Neue Adipositas Schulung

Seit 2018 bieten wir im Rahmen des Schulungskonzeptes der KgAS (Konsensusgruppe Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche e.V.) eine Gruppenschulung für Kinder- und Jugendliche ab 8 Jahren an. Es hat sich gezeigt, dass nur eine kontinuierliche Begleitung von mindestens einem Jahr die zahlreichen Anpassungen im Alltag zu einem langfristigen Erfolg führt.
Im Rahmen der Schulung werden die Teilnehmer in der Schulzeit über den Zeitraum von einem Jahr einmal wöchentlich zu allen Themen wie gesunde Ernährung, medizinische und psychosoziale Aspekte in unseren Schulungsräumen im Obergeschoss von verschiedenen Fachkräften (Ernährungsberater, Psychologin, Arzt) geschult, außerdem findet am Samstag eine Sporteinheit statt, in der die Kinder unter fachkundiger Anleitung die unterschiedlichsten Sportarten und Bewegungsübungen mit viel Spaß kennen lernen können.
Begleitend werden in größeren Abständen auch Schulungseinheiten für die Eltern und Familiengespräche angeboten. Über zwei weitere Jahre werden die Teilnehmer und ihre Familien in Verlaufsgesprächen alle paar Monate begleitet, um einen längerfristigen Erfolg zu gewährleisten.
Zur Zeit ist die Teilnahme aus organisatorischen Gründen nur im Alter von ca. 11-15 Jahren möglich.  Weitere Voraussetzung ist neben dem Vorliegen eines massiven Übergewichts die Einschreibung in das Kinderarzt-Programm der AOK Bayern. Eine Selbstbeteiligung und eine Kaution stellen sicher, dass die Schulung auch ernst genommen und abgeschlossen wird. Theoretisch könnten auch bei anderen Krankenkassen Versicherte teilnehmen sofern diese die Kosten komplett übernehmen.
Die erste Schulung wurde im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen und befindet sich nun in der Nachbetreuung. Es hat sich eine enge Trainer-Eltern-Patienten Beziehung aufgebaut und allen hat die Schulung wirklich Spaß gemacht. 

Zur Zeit suchen wir Teilnehmer für eine neue Gruppe.
Bei Interesse oder weiteren Fragen wenden Sie sich an Dr. Tim Schmitz.

Zecken

Was müssen Sie nach einem Zeckenstich tun?

  1. Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich, aber ohne Hast. Am besten geeignet sind spezielle Zeckenpinzetten oder Zeckenkarten. Falls Sie keine zur Hand haben, können Sie  die Zecke auch mit den Fingernägeln entfernen.
  2. Zeihen Sie die Zecke langsam aus der Haut heraus - ohne Drehen oder Vorbehandlung. Falls die Zecke bereits vollgesaugt ist, vermeiden Sie das Quetschen des Körpers.
  3. Falls ein Rest des Stechapparates oder der Kopf in der Haut verbleibt, können Sie ihn mit einer sterilen Nadel entfernen oder auch am nächsten Tag von einem Arzt entfernen lassen. Das Infektionsrisiko erhöht sich damit nicht.
  4. Suchen Sie sorgfältig den Körper und bei Kindern vor allem auch den Kopf nach weiteren Zecken ab.
  5. Beobachten Sie die Haut in der Umgebung der Einstichstelle 6 Wochen lang. Eine anfängliche Rötung durch die Zeckenspeichelstoffe bildet sich innerhalb einiger Tage zurück. Tritt danach erneut eine Rötung auf oder vergrößert sich die anfängliche Rötung, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Es kann sich um eine Frühmanifestation der Borreliose, des Erythema migrans, handeln.
  6. Die Verbreitung der Borrelien über den Blutweg kann sich durch ein grippeartiges Krankheitsgefühl bemerkbar machen. Auch dann sollte der Arzt umgehend aufgesucht und der Zeckenstich angegeben werden.
  7. Bei einer typischen Hautentzündung in der Umgebung des Zeckenstiches sollte ohne Blutuntersuchung eine Antibiotikabehandlung mit Doxycyclin (Kinder ab 9 Jahre) oder Amoxicillin über 10-14 Tage durchgeführt werden. 
  8. Die Borreliose ist im Frühstadium (multiple Erythemata migrantia) durch diese Therapie vollständig heilbar. Spätinfektionen werden dadurch verhindert. Eine Untersuchung der Zecke auf Bordellen ist nicht sinnvoll, da bei positivem Nachweis in der Zecke überhaupt nicht sicher ist, ob die Borrelien überhaupt in die Haut übertragen wurden und ob sie im Falle der Übertragung zu einer Erkrankung führen.
  9. Nur ein Teil (<5%) der mit Borrelien infizierten Menschen erkrankt! Aus diesem Grund ist von einer prophylaktischen oralen Antibiotikatherapie abzuraten.